Antrag im Stadtrat sieht Zisternen-Kreislaufsystem und kurzfristige Übergangslösung für das Mühlrad vor.
Die SPD-Fraktion im Stadtrat Pegnitz setzt sich mit einem aktuellen Antrag für die dauerhafte Sicherung der Wasserversorgung der Pegnitzquelle und des Mühlrades der Zaußenmühle ein. Kern des Antrags ist die Prüfung und Einrichtung eines geschlossenen Zisternen-Kreislaufsystems, das Quellbecken und Mühlrad verlässlich und ressourcenschonend mit Wasser versorgt.
„Zaußenmühle und Pegnitzquelle sind Aushängeschilder unserer Stadt und prägen das historische Ortsbild wie kaum ein anderer Ort“, betont Fraktionsvorsitzender Karl Lothes. „Ein dauerhaft stillstehendes Mühlrad und ein trockenes Quellbecken wären ein kultureller Verlust ersten Ranges, das wollen wir nicht hinnehmen.“
Die Fraktion beantragt, dass die Stadtverwaltung in enger Abstimmung mit dem Wasserwirtschaftsamt und Fachplanungsbüros eine Machbarkeitsstudie für ein Zisternen-Kreislaufsystem erstellt. Untersucht werden sollen verschiedene Varianten, Kosten, notwendige Genehmigungen sowie mögliche Fördermittel, etwa aus dem Bayerischen Förderprogramm für kommunale Wasserprojekte, LEADER oder der Denkmalförderung. Zudem soll im Rahmen der nächsten Haushaltsberatungen ein Planungsansatz für die Finanzierung der Studie und eine spätere Umsetzung eingestellt werden.
„Wir stehen vor den konkreten Folgen des Klimawandels vor Ort: Die Schüttung der Pegnitzquelle fällt immer häufiger aus“, erklärt Stadtrat Oliver Winkelmaier. „Wenn wir die touristische Attraktivität und das Stadtimage erhalten wollen, brauchen wir eine dauerhafte technische Lösung, die gleichzeitig sparsam mit der Ressource Wasser umgeht.“
Die SPD-Fraktion verweist darauf, dass Pegnitzquelle und Zaußenmühle feste Bestandteile des städtischen Tourismusangebots, des Stadtspaziergangs und des Wasser-Lehrpfads sind und in zahlreichen Führern und Informationsmaterialien als Hauptsehenswürdigkeiten aufgeführt werden. Ein stehendes Mühlrad und ein trockenes Quellbecken würden Besucherinnen und Besucher enttäuschen und das Bild Pegnitz’ als historisch authentischen Ort beschädigen. Das vorgeschlagene System umfasst eine unterirdische Zisterne als Pufferspeicher, die bei natürlicher Quellschüttung oder durch Regenwasser automatisch aufgefüllt wird, sowie eine ergänzende Frischwasserspeisung aus dem städtischen Netz bei längeren Trockenperioden. Das Wasser soll im Kreislauf vom Quellbecken über das Mühlrad zurück in die Zisterne geführt werden, um den Verbrauch auf ein Minimum zu reduzieren; die technische Anlage soll naturnah integriert werden, sodass der historische Charakter des Ensembles gewahrt bleibt.
„Uns ist wichtig, dass wir eine Lösung finden, die Denkmalschutz, Tourismus und Nachhaltigkeit zusammenbringt“, so Lothes weiter. „Mit einem modernen Kreislaufsystem können wir Geschichte erlebbar halten und zugleich verantwortungsvoll mit Wasser umgehen.“
Bis zur Umsetzung einer dauerhaften Lösung fordert die SPD-Fraktion zudem, dass die Verwaltung kurzfristig eine Übergangsmaßnahme prüft, etwa durch eine mobile Pumpe oder eine provisorische Wassereinspeisung. So soll zumindest in der touristisch besonders bedeutsamen Saison der Betrieb des Mühlrads und die Befüllung des Quellbeckens gesichert werden.
„Wir hoffen auf eine breite Unterstützung im Stadtrat“, unterstreicht Winkelmaier. „Die Sicherung von Pegnitzquelle und Zaußenmühle ist eine Investition in die Identität und Zukunft unserer Stadt.“
Hier finden Sie den vollständigen Antrag zum herunterladen (PDF, 108 kB)
Hier finden Sie die vollständige Pressemitteilung zum herunterladen (PDF, 126 kB)