Wie gewinnen Vereine neue Ehrenamtliche? Was motiviert Menschen, sich dauerhaft einzubringen? Und wie kann die Nachfolge im Vorstand gelingen? Diese Fragen standen im Mittelpunkt einer Informations- und Diskussionsveranstaltung des SPD-Ortsvereins Pegnitz im Sportheim des FC Pegnitz.
Eingeladen waren die Pegnitzer Vereine und Verbände. Rund 20 Vertreterinnen und Vertreter konnten die Pegnitzer SPD-Vorsitzende Jessica Rauch und Kreisvorsitzende Silke Winkelmaier schließlich begrüßen. Als Referentin gestaltete Thea Marie Koch, Leiterin des Freiwilligenzentrums Bayreuth, den Abend zum Thema „Ehrenamt der Zukunft – Ehrenamtliche finden, halten und motivieren“. Ziel des Netzwerktreffens war es, praktische Anregungen zu vermitteln und den Austausch zwischen den Engagierten vor Ort zu stärken.
Im Mittelpunkt des Impulsvortrags standen die veränderten Rahmenbedingungen ehrenamtlicher Arbeit. Berufliche und familiäre Verpflichtungen, begrenzte Zeitbudgets und der demografische Wandel stellen Vereine vor Herausforderungen. Gleichzeitig verändern sich die Erwartungen an ein freiwilliges Engagement: Zeitlich überschaubare Aufgaben, projektbezogene Mitarbeit und die Möglichkeit, eigene Ideen einzubringen, gewinnen an Bedeutung. Für Vereine stellt sich deshalb die Frage, wie sie bewährte Strukturen erhalten und zugleich neue Zugänge schaffen können.
Ein wichtiger Ansatz ist, Aufgaben klar zu beschreiben und auf mehrere Schultern zu verteilen. Nicht jedes Engagement muss mit einer langfristigen Verpflichtung beginnen. Schnupperangebote, kleine Aufgabenpakete oder die Mitarbeit an einem einzelnen Projekt können den Einstieg erleichtern. Auch bei der Vorstandsnachfolge lohnt es sich, Rollen und Zuständigkeiten zu überprüfen und Verantwortung stärker im Team zu organisieren.
Als zentraler Faktor zog sich die Wertschätzung durch den Vortrag. Menschen engagieren sich, weil sie Gemeinschaft erleben, etwas Sinnvolles bewirken und ihre Fähigkeiten einsetzen möchten. Anerkennung, Mitsprache und Raum für eigene Ideen tragen dazu bei, diese Motivation zu erhalten. Ebenso wichtig sind eine persönliche Ansprache, eine gute Begleitung beim Einstieg und regelmäßige Gespräche über Wünsche und Entwicklungsmöglichkeiten. Eine sichtbare Öffentlichkeitsarbeit kann zusätzlich zeigen, was ein Verein leistet und wo Unterstützung willkommen ist. Diese Impulse bildeten die Grundlage für den Austausch über Herausforderungen und mögliche Lösungswege in der Vereinsarbeit. Dabei ging es unter anderem darum, welche Zielgruppen Vereine künftig stärker ansprechen möchten und welche ersten Schritte sich im eigenen Verein umsetzen lassen. Das Netzwerktreffen bot damit einen Rahmen, um Erfahrungen miteinander zu teilen und vereinsübergreifend ins Gespräch zu kommen.
Neben Anregungen zur Vereinsentwicklung wurden auch konkrete Unterstützungsangebote vorgestellt. Das Freiwilligenzentrum Bayreuth berät Vereine, Initiativen und Organisationen kostenlos zum Freiwilligenmanagement und unterstützt sie bei der Suche nach Engagierten. Darüber hinaus bietet es Austausch, Qualifizierung und Begleitung bei der Entwicklung von Engagementprojekten an.
Bei der anschließenden Diskussion wurde von den Vereinsvertretern angeregt, die Informationsmöglichkeit für Vereine auf den digitalen Displaystelen auszubauen und Richtlinien zu erarbeiten, wann Vereine darauf Werbung für ihre Arbeit machen dürfen. Dritter Bürgermeister Peter Kraus sicherte zu, sich dieser Thematik anzunehmen. Stadtrat Oliver Winkelmaier stellte in diesem Zusammenhang die Möglichkeit vor, sich auch in der App HeimatInfo zu präsentieren und auf Termine hinzuweisen. Viele Bürgerinnen und Bürger würden diese App inzwischen nutzen, um sich über das Pegnitzer Geschehen zu informieren.
Informationen zu Beratung und Fördermöglichkeiten erhalten Interessierte beim Freiwilligenzentrum Bayreuth unter Telefon 0921 514116 oder per E-Mail an info@freiwilligen-zentrum-bayreuth.de.